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Wer ich bin und was ich mache:

Freiberuflicher Fernsehjournalist, das klingt nach weiter Welt, Glanz und Glamour, aber auch nach armen Scheinselbstständigen, die austauschbar im Hintergrund die Drecksarbeit machen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen - und ich persönlich habe dabei auch noch Glück gehabt


Illustration zu Schattenbanken

Vorweg: Wie unabhängig und ausgewogen berichtet ein Journalist im deutschen TV?

Klar ist: Egal welche Geschichte ich wichtig finde, ich muss eine Redaktion finden, die sie ebenfalls wichtig findet und senden will. Da gibt es durchaus unterschiedliche. Allerdings nimmt die Zahl der Sendeplötze für klassische Magazinbeiträge mit politischen Inhalten durchaus ab. Aber noch gibt es da einige !
Sind meine Berichte dann wirklich 'unabhängig und ausgewogen'? Natürlich habe ich, wie jeder Mensch und auch Autoren, eine persönliche Sicht der Dinge, die mein Denken beeinflusst. Aber nicht nur ich, auch die allermeisten Redaktionen haben den Anspruch, eigene Meinung zu hinterfragen, während einer Recherche bewusst auch mit Menschen zu sprechen, die das ganz anders sehen und andere Fakten wichtig finden. Und deren Sicht MUSS im Beitrag deutlich werden. Allerdings unter einer Bedingung: Wenn jemand offensichtlich Unsinn erzählt, wenn seine vermeintlichen Fakten keine Fakten sind, dann KANN man das thematisieren - aber meistens ist die Zeit dafür zu schade, denn Sendezeit ist immer zu knapp.

...mehr dazu, Beispiele:

Wenn jemand behauptet, Klimawandel sei ein Fake, dann kenne ich die jahrzentelange Geschichte der Klimaforschung, ihre Arbeitsweise und Akteure zu gut, um einen solchen Angriff ernst zu nehmen. Die größten und reichsten Konzerne der Welt haben viel Geld investiert, um so einen Unsinn irgendwie in die Welt zu setzen und Demagonen nutzen bis heute solche Pseudowissenschaft gerne. Ich werde es in den meisten Berichten nicht mal erwähnen.

Wenn jemand erklärt, man müsse wieder in Kernkraft investieren, damit Strom wieder preiswerter werde... Ja, das thematisiere ich gelegentlich. Aber dann immer mit dem Hinweis, dass auch der französische Rechnungshof längst mehrfach veröffentlich hat, dass neue Atomkraftwerke die mit Abstand teuerste Form der Stromerzeugung darstellen und nur durch massive Subvention durch den Staat (und dadurch hervorgerufene Staatsverschuldung) für den Stromverbraucher bezahlbar wird. Und das schreibt nicht nur der französische Rechnungshof, sondern ziemlich jede seriöse Studie die global dazu erschienen ist. Falls hier jemand meint, ich unterschlage böswillig die neuen Chancen der neuen kleinen Mini-Reaktoren: Bis heute ist noch jeder, der so etwas bauen wollte krachend gescheitert. Es war doch viel zu teuer! Ähnlich wie Kernfusion wird das nur vielleicht und in ferner Zukunft klappen. Da kann und soll man gerne weiter forschen, meinetwegen auch Prototypen bauen. Zur Energieversorgung sind solche Mini-AKW bis auf weiteres, laut allen mir bekannten Brancheninsidern, keine ernst zu nehmende Option. Insofern kann und werde ich sie in den meisten Berichten zur Energiepolitik nicht erwähnen.

Insofern: Nein: In meinen Berichten werden nicht immer alle Sichtweisen gleichberechtigt dargestellt. Einfach weil manche Sichtweise so faktisch falsch ist, dass man die Richtigstellung ja auch noch senden müsste. Insofern: Ausgewogen zu berichten bedeutet nicht, dass man jeden Unsinn erzwähnen muss, nur weil irgend ein Politiker oder Demagoge ihn behauptet. ABER: Wenn es berechtigte Einwände gibt, seriöse Studien, die zu ander Ergebnissen kommen als der Mainstream.... DANN sehe ich es als meine Pflicht, auch darüber zu berichtetn, selbst wenn es nicht in meine persönliche Weltsicht passt.

Einige meiner Arbeiten wurden durch Fernsehpreise ausgezeichnet. Bei genauer Betrachtung gilt wohl auch da: Aller guten Dinge sind zwei :-)

1996: Fernsehpreis der NGG für 'Biolebensmittel', 'Dschungel'

2005: Christopheruspreis für Plusminus: 'Arbeitsbedinungen von Speditionsfahrern'.

2009: Fernsehpreis der PSD-Bank für Plusminus: 'Riskante Credit Default-Swaps'.

2011: Deutscher Wirtschaftsfilmpreis für Plusminus: 'eine neue Währung?'.

2013: Deutscher Wirtschaftsfilmpreis für Plusminus: 'Schattenbanken'.

2013: Journalistenpreis "unendlich viel Energie" für Markt-Scanner 'Teurer Ökostrom?',

2015: Journalistenpreis des DDV für Plusminus: 'Schattenbörsen'.

2016: Journalistenpreis des DDV zusammen mit Thomas Becker, Cornelia Uebel und Peter Kopppe für die Dokumentation 'Banken unter Kontrolle'

2018: Medienpreis Mittelstand für die Dokumentation 'Story: Ab in die Steueroase'

2023: Medienpreis Mittelstand Nordost für Plusminus: 'Vom Regen in die Traufe? Energie: Neue Abhängigkeiten

Ich vor 40 Jahren Wie ich zum Fernsehen kam:

Schon in meiner Jugend träumte ich davon, Spielfilme zu drehen. Dank einer hervorragend ausgestatteten Schule und eines kompetenten Lehrers konnte ich bereits im Gymnasium intensive Erfahrungen mit dem Medium Film machen. So hatte ich schon als junger Mann ein umfangreiches Euvre von Super-8 und 16mm Filmen produziert. Ein einjähriges Praktikum in den Bavaria-Filmstudios, erste Erfahrungen als Produktionsleiter von Low-Budget Produktionen und als Hilfskraft in großen Fernsehproduktionen führten mich Mitte der 80er Jahre nicht in eine Universität sondern sehr früh zu praktischer Arbeit als Kameramann und Cutter in journalistischen Fernsehproduktionen. Dabei brach mein politisches und naturwissenschaftliches Interesse durch und ich begann als Ferhsehautor für den WDR zu arbeiten. Ich hatte das Glück, noch in die goldenen öffentlich-rechtliche Zeit zu geraten, schon nach wenigen Jahren mit einer ZDF-Reportage über das Ozonloch 19 Prozent Einschaltquote zu erreichen.... und bin nun seit mehr als 35 Jahren dabei.

Das Fernsehen wandelt sich. Auch Journalismus wird heute schneller, billiger produziert. Oft fehlt Zeit für Recherche. Manches, was heute über den Schirm flimmert ist eher PR als Journalismus. Oft auch Schwafelei. Qualität wird noch immer überwiegend von öffentlich-rechtlichen Anstalten geboten und so bin ich froh, für den WDR und andere ARD-Anstalten arbeiten zu können. In meiner Arbeit standen zunächst ökologische Themen im Vordergrund. Besonders spannend finde ich seit jeher die Nahtstelle zwischen Ökologie und Ökonomie. Seit Anfang der 200er Jahre die Abteilung 'Ökologie und Wissenschaft' des WDR aufgelöst wurde liegt mein Arbeitsschwerpunkt bei den Wirtschafts- und Politik-Redaktionen, insbesondere ARD Plusminus und WDR markt. Das bringt neue Themen mit sich. Erneuerbare Energie, Erdgaspreise, und die Energiewende bilden noch immer einen wesentlichen Arbeitsschwerpunkt. Seit 2008 habe ich mich aber auch intensiv in Themen rund um die Finanz- und Eurokrise eingearbeitet. Gelegentlich ergaben sich auch Magazinstücke für andere Sendeplätze wie ARD Monitor oder WDR-Service-Zeit bis zum ARD-MORGENMAGAZIN. Neben klassischen Magazinstücken produziere ich zunehmend auch längere Filme. Angefangen von einigen Ausgaben der ARD-Serie 'Markencheck' bis zu den ARD-Flaggschiffen ARD Exklusiv oder Die Story, teilweise aber auch eigenständige Dokumentationen

Meine Arbeit umfasst Recherche, Realisation und ggf. auch Produktion von Magazinbeiträgen aller Art, aber auch 20 minütige Specials, bis zu 60 minütigen Dokumentationen und zwischendurch sogar einer Serie journalistister 'Liveshows'. Zusätzlich gestalte ich auch journalistische Internet- Angebote. Ich arbeite als freier Mitarbeiter oder gelegentlich auch in Auftragsproduktionen. Dabei will ich nicht von einem einzigen Auftraggeber abhängig sein und bin daher für interessante Aufträge immer empfänglich.

Neben unzähligen Magazinbeiträgen konnte ich auch eine ganze Reihe langer Reportagen und Dokumentationen produzieren.

2025: Made in NRW: Wärmewende in NRW?
30 Minuten Reportage vom Weltmarktführer bei Gasheizungen und anderen Firmen, die aus voller Überzeugung auf die Wärmepumpe setzen.

2021: ARD Story: Keine Zinsen, miese Rente?
45 Minuten über die Frage, wie man ohne Zinsen noch privat für das Alter vorsorgen kann.

2021: Story in 3 Sat: Boeing - tödliche Gefahr gebannt?
Aktualisierte 45 Minuten der ursprünglich im Jahr 2020 ausgestrahlten Story über die Probleme bei BOEING

2020: WDR Story: BOEING - tödliche Gefahr?
45 Minuten Ursachenforschung, warum zwei BOEING 737 Max abbstürzten - und warum ähnliche Probleme auch bei anderen Maschinen dieses Herstellers drohen, zusammen mit Thomas G. Becker.

2020: ARD Exclusiv: BOEING - tödliche Gefahr?
30 Minuten kurzfassung der WDR Story für die ARD.

2019: ARD Story: Kassensturz Europa - ungleich erfolgreich?
Eine um 20:15 ausgestrahlte Story zur Europawahl, in der ich die Lebensbedingungen von Menschen mit durchaus ähnlichen Berufen in verschiedenen europäischen Ländern verglich und der Frage nachging, wie sehr Europa tatsächlich auch wirtschaftlich zusammengewachsen ist - und wer davon am Ende profitiert

2018: ARD Exklusiv: Keine Luft zum Atmen
Warum der Dieselskandal nicht nur von VW versacht wurde und das Ergebnis von jahrzehntelangem Politikversagen war.

2018: WDR Story: Die Party der Banker geht weiter.
10 Jahre nach der Finanzkrise fragten Thomas G. Becker und ich in dieser Story, ob Banken und Politik wirklich aus diesem Finanz-Gau gelernt haben

2017: WDR Story: Ab in die Steueroase!
Bis heute einer meiner 'Lieblingsfilme'. Wie kleine Läden und Mittelständler gegen die steueroptimierte Konkurrenz von Apple/Amazon/Starbucks/Ikea und Co kämpfen.

2016: Deutschland Inside: TÜV & Co
Zusammen mit Christiane Cichy und ausgestrahlt in WDR und MDR: Eine 45-minütige kritische Betrachtug der deutschen Sicherheits-Konzerne.

2015: WDR Story: Banken unter Kontrolle
Eine Story, die in Kooperation von vier Autoren und zwei Redakteuren als echtes Teamwork entstand. Haben die Banken aus dem Desaster von 2008 gelernt? Eher weniger!

2011-2013: ARD Markencheck Aral, Mediamarkt, TUI
Eine ab 2011 für einige Jahre produzierte Serie, in der bekannte Marken auf Umweltfreundlichkeit, Produktqualität und Arbeitsbedigungen 'gecheckt' wurden - zu der ich in den ersten drei Staffeln, zwei mal in Zusammenarbeit mit Edith Dietrich, je eine Folge beisteuerte.

1993: Gefährliche Sonne!
Im Rahmen einer WDR Themenwoche produzierte Dokumentation über weltweite Forschungsarbeiten zu den damals durchaus spürbaren Auswirkungen der globalen Abschwächung der Ozonschicht.

1991: Heute Minister, morgen Bankier
Ein 60 Minütiges Portrait des früheren Wirtschaftsminister Hans Friedrich, von H-C Schulze und mir ohne ein Wort Kommentar montiert - produziert vom KAOS Film und Video Team, Peter Kleinert und ausgestrahlt von dem damals stundenweise auf RTL-Frequenzen zu empfangenden Sender 'Kanal 4'.

1988: ZDF Dienstagsreportage: Wenn die Sonne gefährlich wird.
45 Minuten, zur Primetime nach 'Heute': der erste Film im deutschen Fernsehen, der sich mit dem Ozonloch beschäftigte, einer damals wirklich realen Gefahr, der die Welt damals (im Nachhinein überraschend) durch schnelles weltweites Handeln entgehen konnte.